Private Krankenversicherung

In Deutschland gibt es neben dem System der gesetzlichen Krankenversicherung auch die private Krankenversicherung. Diese steht indes nicht allen Bürgern offen; die Aufnahme ist an gewisse Eingangsvoraussetzungen gekoppelt.

Bedingungen für die Aufnahme:
Generell stehen private Krankenversicherungen selbstständigen Personen, Freiberuflern und Künstlern offen. Menschen, die in einem Angestelltenverhältnis stehen, müssen eine gewisse Einkommensgrenze über einen gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum hinweg überschreiten, um aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln zu können.
Viele Anbieter privater Krankenversicherungen fordern zudem einen Gesundheitstest, so dass chronisch kranken Personen oft der Eintritt in eine private Krankenversicherung verwehrt bleibt. Die private Krankenversicherung ist daher immer wieder Gegenstand politischer Auseinandersetzungen, da sie dem in der Verfassung verankerten Gleichheitsgrundsatz aller Menschen widerspricht.

Leistungen:
Die Leistungen einer privaten Krankenversicherung übersteigen in aller Regel diejenigen der gesetzlichen Krankenversicherung. Privatpatienten haben zumeist Anspruch auf ein Ein-oder Zweibettzimmer im Krankenhaus und auf eine Behandlung durch den Chefarzt. Auch bei Leistungen zum Zahnersatz werden die Privatpatienten besser unterstützt.
Viele niedergelassene Hausärzte bevorzugen zudem Privatpatienten etwa bei der Vergabe von Behandlungsterminen oder ziehen diese wartenden Kassenpatienten vor, da sie in der Regel mehr Geld von den privaten Krankenversicherungen erhalten.

Tarife:
Private Krankenversicherungen werben mit überaus günstigen Tarifen, die bei besseren Leistungen weit unterhalb der Tarife der gesetzlichen Kassen liegen. Die Tarifierung ist allerdings individuell, so dass nur ausgewählte Personenkreise in den Genuss solch niedriger Beiträge kommen.
Im Gegensatz zu den gesetzlichen Kassen ist bei der privaten Krankenversicherung das Einkommen nicht Grundlage des zu entrichtenden Tarifs. Ausschlaggebend sind individuelle Faktoren: Das Alter, das Geschlecht und oftmals der gesundheitliche Zustand des Versicherten.
Basis für die oft spektakulär niedrigen Tarife,mitdenen die privaten Krankenversicherungen um Kunden werben, ist ein männlicher gesunder Musterpatient im Alter von 30 Jahren: Das niedrige Lebensalter führt ebenso zu einer günstigeren Tarifierung wie das männliche Geschlecht.
Frauen werden prinzipiell höher abgerechnet als Männer, da die privaten Krankenversicherungen die Kosten für Schwangerschaft und Geburt den Betroffenen direkt anrechnen, auch wenn die Frau nicht wünscht, ein Kind zu bekommen. Auch dies ist eine eklatante Verletzung des Prinzips der Gleichbehandlung aller Menschen und führt in vielen politischen Kreisen zu einer Ablehnung dieses Systems.