Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert da Risiko ab, den zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben zu können. Sie unterscheidet sich daher deutlich von einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die lediglich das Risiko versichert, überhaupt keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen zu können. Auch die gesetzliche Rentenversicherung bietet lediglich einen Basisschutz gegen die Risiken der Erwerbsunfähigkeit. Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind viele wichtige Details zu berücksichtigen, damit im Ernstfall auch tatsächlich ein Versicherungsschutz besteht.

Wann zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei einer Erkrankung?
Hier unterscheiden sich die Policen erheblich. Wichtig ist die Dauer des Prognosezeitraums.
Das bedeutet: Wie lange muss gemäß medizinischer Prognose die Berufsunfähigkeit andauern, damit ein Zahlung erfolgt. Ein Prognosezeitraum von mehr als sechs Monaten kann hier leicht zu längeren Versorgungslücken führen und sollte nicht akzeptiert werden. Ein weiterer Unterschied besteht in der Bewertung von gesundheitlichen Risiken, die zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits bestanden, aber dem Versicherungsnehmer nicht bekannt waren. (Das Verschweigen bekannter Risiken führt immer zum Verlust des Versicherungsschutzes.) Hier besteht eine gesetzliche Regelung, die der Berufsunfähigkeitsversicherung in dieser Situation das Recht zubilligt, wahlweise die Beitrage zu erhöhen oder rückwirkend vom Vertrag zurück zu treten. Um dies auszuschließen, muss der Versicherer im Vertrag ausdrücklich auf dieses Recht verzichten. (Verzicht auf §19 des Versicherungsvertragsgesetzes.)

Finanzielle Leistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung
Auch hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Zunächst einmal sollte vertraglich vereinbart werden, dass die monatlichen Zahlungen im Versicherungsfall dynamisch wachsen, etwa in Anlehnung an die Inflationsrate. Ansonsten treten im Laufe einer womöglich langjährigen Rentenzahlung erhebliche Kaufkraftverluste ein. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit, den Versicherungsschutz veränderten Lebensumständen anzupassen. Wer z.B. als Single eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt und eine Rentenhöhe wählt, die im Versicherungsfall den Lebensstandard sichert, muss diesen Schutz anpassen können, wenn später das Einkommen steigt und vielleicht auch eine Familie zusätzlich abzusichern ist. Die Möglichkeit einer solchen Anpassung sollte vertraglich zugesichert werden, ohne dass dabei eine erneute Gesundheitsprüfung vorgenommen wird. Sehr wichtig ist schließlich auch, dass mit Beantragung der Rente das Recht auf eine Stundung der Beiträge eingeräumt wird. Häufig wird der Versicherungsnehmer in dieser Situation über kein oder nur ein deutlich verringertes Einkommen verfügen. Dies darf nicht dazu führen, dass ausgerechnet in dieser Lage der Versicherungsschutz der Berufsunfähigkeitsversicherung wegen auflaufender Beitragsrückstände verloren geht!